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bar.theke 014
"X-MAS Special"
2003-11-10 von Patrick Armbruster

Die Weihnachtsfeier bei den Eltern hatte länger gedauert als Frank gehofft hatte. Das Taxi zurück in die Altstadt war teurer gewesen als erhofft. Und die Stadt, um das Trio der negativen Erlebnisse zu komplettieren, war nass, kalt und leer. Frank hatte gehofft, wenigstens in einer der Bars junge Leute anzutreffen, aber es schien der Tag der alten Säufer zu sein, welche kein Zuhause hatten, wo sie besinnlich Weihnachten feiern konnten. Frank wollte nicht besinnlich Weihnachten feiern, sondern freudig flirten, was das Zeug hielt. Schliesslich war seine Beziehung mit Rebekka, die über Weihnachten zu ihren Eltern nach Bern gefahren war, wieder völlig in Ordnung, Melany aus der Erinnerung verdrängt – zumindest bis zu ebendiesem Gedanken – und er, Frank, alleine in Winterthur. (Für die Vorgeschichte dieser Episode bitte die Episoden 001-006 von bar.theke auf www.ruhestoerung.ch nachlesen...)

Frank wollte jedoch nicht so früh aufgeben und betrat am Ende eine Bar, welche er schon lange nicht mehr besucht hatte: Die kleine Bar um die Ecke. Seltsame Dinge waren hier schon geschehen (siehe 'Mein|Eid' - http://story.ch/meineid.html), und auch vor der Wiedereinführung des Absinth in der Schweiz war die kleine Bar um die Ecke ein Ort, an welchem der grünen Fee gehuldigt wurde, wenn niemand von offizieller Stelle zusah. Und tatsächlich: In der kleinen Bar um die Ecke waren fünf niedliche junge Frauen, die Frank zuprosteten, als er den Raum betrat.
Frank, der nur selten dem gifitggrünen Getränk zusagte, bestellte ein 'tremblement de terre', wie man den Drink nannte, der schon vor über hundert Jahren Menschen ohne Umwege glücklich gemacht hatte.
Schorsch, der Geschäftsführer der kleinen Bar um die Ecke, goss 3 cl Cognac in das Absinthglas, fügte 3 cl Absinth hinzu und erklärte, dass er die Menge zur Feier des Tages ein wenig erhöht hatte, da üblicherweise nur 2 cl jeden Getränks in einen TDT gehörten. Frank nickte, bezahlte – worauf Schorsch bestand – im voraus und trank aus. Was dann geschah, wusste Frank später nicht mehr so genau. Aber eine der fünf Frauen nannte ihn 'den Weihnachtsmann', weil er alle beglückt hatte. Prost Weihnacht!

weiter zur nächsten Folge


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