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Things never to say to your children Dezember 2004 von Eleg Sabe Subir eingesandt von Der Bademeister www.bademeister.ch Ich bin sehr gläubig. Angesichts der Eitelkeit und der Vergänglichkeit allen Seins bete ich jeden Tag zu unserem Herrn dem Allmächtigen wenn ich meine Gemächer verlasse und mich hinaus in die Welt begebe: Oh Gott, bitte lass es mich schaffen.
Bitte lass es mich schaffen vorher aufzuräumen. Mein absoluter Alptraum waren nämlich schon immer ungebetene Gäste. Zum Beispiel wenn ich als Überrest meiner selbst in meiner Wohnung multiplen Einzellern anheimgefallen bin und insofern unangenehmst riechend selbst den Nachbarn auffalle, die sich infolgedessen samt den Freunden und Helfern des Staates ungefragt Zutritt in meine Gemächer verschaffen und dortselbst einen Raubmord vermuten angesichts der menschenverachtenden Unordnung. Dann wird die Welt, ja, die ganze Welt verständnislos den Kopf schütteln und flüstern: und dabei so ein nettes Mädchen! Aber das nette Mädchen hat keine Wohnung, sondern eine Müllhalde aus vier Zimmern. Meine Freunde beliebten stets Dinge zu sagen wie "lass das Bügeleisen an und geh ins Kino" oder "schon wieder Einbrecher?". Meine Mutter sagte nur "deshalb bist du ständig krank" und sah mich fortan als Sackgasse der Schöpfung. Ich selbst kann anders nicht arbeiten. Naja gut, arbeiten. Zumindest nicht leben. Warum die Zeit mit Ordnung verschwenden? Aber weil das niemand jemals verstehen würde, räume ich auf, wenn sich die üblichen Spiesser anmelden. Aus Höflichkeit. Und Verachtung. Alles ist Chaos, und wer damit ein Problem hat, soll sich wie jeder andere auch dem Survival of the fittest unterwerfen und verrecken. Das ist meine ehrliche Meinung, aber die behalte ich für mich. Schweigend stoffwechsle ich also in trauter Eintracht mit dem organischen Restmüll vor mich hin und bin glücklich. Die einfachste Bakterie macht das so, warum soll ich das nicht so machen. Bakterien sind bestimmt auch glücklich.
Unglücklicherweise aber muss ich, im Gegensatz zur gemeinen Bakterie, meinen Müllberg hin und wieder verlassen, um Nahrungsmittel, Tabakwaren und unnützen Krempel zu erwirtschaften, die meinen Müllberg und damit mein Zuhause am Leben erhalten. Ich verlasse ihn nie ohne Stossgebet, dass er doch bitte die Terra Incognita bleiben möge, zu der ich ihn gemacht habe. Meine ehemaligen Erziehungsberechtigten sollen nicht sagen können: Haben wir doch gleich gesagt, wenn ihnen mein modus vivendi posthum die Lebensunfähigkeit bezeugt, die sie mir schon immer attestiert hatten. (Eltern reden Müll, nebenbei. Das war immer so und wird nie anders sein und deshalb muss man, auch wenn man achtzig ist, stets das Gegenteil ihrer Meinung zum allerobersten Lebensgebot erheben.) Das haben wir doch gleich gesagt ist der blödeste Satz überhaupt, und den gönne ich ihnen nicht. Deshalb habe ich immer schon zu unserem Dreifaltigen gebetet, wenn ich das Gatter meiner Halde schloss. Lass es mich schaffen. Damit ich mir diesen scheiss Satz nicht geben muss. |
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