Ich liebe es, an in einem Club an einer Bar zu sitzen und das seltsam-animalische Verhalten von Partygängern zu beobachten.
Zwei junge Frauen um die zwanzig haben sich zwei Hocker an einem Stehtisch ergattert.
Sie sehen scheinbar gelangweilt dem Menschenstrom zu, der sich von der Lounge zum Club und zurück ergiesst.
Wie bei Eulen bewegen sich aber ruckartig deren Köpfe, wenn getunte Konkurrentinnen vorbeiposieren.
Darauf höre ich gezischelte Bemerkungen, gefolgt von nervösem Frenchstyled -Fingernagelklappern – eindeutige Warnsignale von Klapperschlangen.
Jetzt kommt ein junger Hengst auf die beiden Frauen zu und begrüsst sie.
Beide verändern wie Chamäleons ihr Aussehen.
Das Kinn wird in einer raschen Bewegung von rechtsunten nach linksoben geschleudert, damit die blonden Haarverlängerungen, sorry - "Extentions" auch wirklich stutenmähnenartig wie in der Shampoowerbung durch den Raum fliegen.
Die Schulter werden steif, der Rücken durchgedrückt, so präsentieren sich auch kleinste Brüste im Pushup wie der aufgeblasene Kehlsack eines Fregattvogels. Die vorher praktisch regungslosen Tuscheltauben zeigen nun mit rhythmischen Kopf- und Schulterzucken, dass sie die Party voll geil finden und so super gut drauf sind.
Zieht der Hengst nach kurzem Smalltalk weiter, ist auch die Show sofort vorbei.
Die Schultern sacken ab, die Köpfe werden eingezogen und das Handy aus der Tasche geholt.
Wer hat in den letzten drei Minunten angerufen oder ein SMS geschickt, welches sofort beantwortet werden muss?
Niemand?
So ein Mist!
Ich gehe und lasse die Hühner weiter vor sich hin gackern.