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schon wieder solo von Horazio
Unzählige Male habe ich versucht, Freund, Mann und Vater zu werden. Habe unter schwiegermütterlichen Argusaugen, während nicht enden wollenden Knigge-Praktizierungen, Höllenqualen gelitten, und, um die Gunst der Schwiegerväter zu ertrinken, mir beinah die Leber ruiniert. Immer habe ich restlos alle meine Kräfte und Säfte mobilisiert, um meine Angebeteten zu befriedigen, zu erfüllen, zu erfreuen, habe gegeben, genommen, gekämpft und geredet, habe gechatet, gesmslet, geschrieben, gerufen, habe geweint, geliebt und manchmal gar zugehört. Warum bloss bin ich jetzt schon wieder solo? Es ist dramatisch, und trotzdem brauche ich kein Mitleid, denn das Ganze hat einen durchaus positiven Nebeneffekt. Während meinem Beziehungsnomadentum konnte ich mir nämlich ein paar wunderbare Dinge zulegen, die mir stets Trost spenden und die nicht jeder sein Eigen nennen darf: Ein Dienstbüchlein mit neun Adressänderungen. Sechs Ikea-Starterkit-Bratpfannen mit nicht kratzfestem Belag. Eine blühende Beziehungsneurose. Tausende unnützer Fotos noch unnützerer Ferienwochen. Regelmässiger Besuch von Herr Pes. Ein Badezimmerschränkchen voller Tampons. Ein permanent schlechtes Gewissen beim Onanieren. John Grays "Mars und Venus" in dreifacher Ausführung. Ein Blasenschaden vom Sitzpinkeln. Zwei Kuschelrock CDs. Haufenweise Kärtchen, Stofftierchen und Plüschherzchen. Und eine total versaute Matratze! Es ist zum Verzweifeln mit dieser Bezieherei, doch ich denke nicht daran aufzugeben und verweigere mich dem Zölibat, bevor nicht die allerletzte der 3.5 Milliarden Frauen ausprobiert wurde. Und sollte sich bei dieser Gewalts-Evaluation wirklich keine vernünftige mehr finden lassen, die sich auf mich einlässt, kann ich mich immer noch an einer Ü28-Party von einer dieser Pferde-stehlenden, Nachwuchs-herbeisehnenden, heiratswilligen, torschlusspanischen, meist unförmigen und unattraktiven Singlefrauen um die Dreissig aufreissen lassen. Aber soweit wollen wir es nun wirklich nicht kommen lassen! |
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